Kenan Yildiz
In Ahmets Werkstatt in Gaziantep sitzt ein Mann über ein Kupferstück gebeugt, Hammer und feinen Gravurstift in den Händen, und schlägt Schlag für Schlag ein Muster in das Metall. Das ist Kenan Yildiz, geboren 1984. Bei Hunarvar ist er für die feine Gravur verantwortlich, jene letzten Striche, die aus einem Stück Kupfer ein signiertes Unikat machen.
- Geboren 1984 in Kahramanmaraş, aufgewachsen in Gaziantep
- Spezialisierung Kupfergravur und Verzierungen (Hammer und Gravurstift)
- Erfahrung seit dem 10. Lebensjahr im Kupferhandwerk
- Rolle bei Hunarvar feine Gravuren, arbeitet in Ahmets Werkstatt
Ein Weg ins Gravurhandwerk
Kenan kam 1984 in Kahramanmaraş zur Welt und zog mit zwei Jahren mit seiner Familie nach Gaziantep. Neben der Schule arbeitete er früh in Süßwarenläden, und mit zehn Jahren begann er, das Kupferhandwerk bei seinem Onkel zu lernen. Schnell wurde klar, wo sein Talent lag: im Gravieren.
Nach dem Militärdienst von 2004 bis 2005 sammelte er zunächst Erfahrungen in der Logistik und in der Textilbranche. Doch das Kupfer ließ ihn nicht los. Er kehrte zum Handwerk zurück und arbeitet heute in der Werkstatt von Ahmet Semerci, wo er die feinen Gravuren übernimmt.
Muster für Muster von Hand
Kenans Werkzeug ist nicht die Maschine, sondern Hammer und Gravurstift. Jedes Muster, jede Linie, jeder Schriftzug entsteht von Hand, Schlag für Schlag ins Metall getrieben. Das verlangt Geduld und eine ruhige Hand: Ein falscher Schlag lässt sich im Kupfer nicht mehr zurücknehmen. Auch den Hunarvar-Schriftzug, den viele unserer Stücke tragen, setzt Kenan von Hand. So trägt jedes Kupferwaschbecken am Ende eine Signatur, die kein zweites Mal exakt gleich ausfällt.
„Eine Gravur von Hand erkennt man daran, dass keine Linie wie die andere ist. Genau das macht jedes Stück unverwechselbar."- Hunarvar
Gut zu wissen: Eine Maschine schlägt tausendmal exakt dieselbe Linie. Bei Kenan ist jede von Hand gesetzt. Deshalb trägt kein Hunarvar-Stück die exakt gleiche Gravur wie ein anderes, jede ist ein kleines Unikat für sich.
Kenan und Hunarvar
Von einst über 300 Kupferschmieden in Gaziantep sind nur noch etwa 47 geblieben, und immer weniger beherrschen die feine Gravur. Kenan gehört zu den jüngeren unter ihnen und hält damit eine Technik am Leben, die sonst zu verschwinden droht. Wir arbeiten direkt mit ihm zusammen, ohne Zwischenhändler. Während Ahmet die Form an der Drehbank schafft, gibt Kenan ihr die Verzierung. Erst zusammen entsteht das fertige Stück.
Häufige Fragen
Verzierungen, Muster und auf vielen Stücken den Hunarvar-Schriftzug. Alles entsteht von Hand mit Hammer und Gravurstift, nicht mit der Maschine. Dadurch ist jede Gravur ein Unikat.
Kenan setzt den feinen Gravurstift an und treibt ihn mit gezielten Hammerschlägen ins Kupfer. Linie für Linie entsteht so das Muster. Anders als beim maschinellen Gravieren bleibt dabei jede Handschrift sichtbar, mit kleinen Unregelmäßigkeiten, die das Stück lebendig machen.