Ahmet Semerci
In einer Werkstatt nahe der historischen Burg von Gaziantep dreht sich eine Kupferscheibe, und ein Mann führt sie mit ruhiger Hand in Form. Das ist Ahmet Semerci, geboren 1959, seit über 50 Jahren im Kupferhandwerk. Seine Spezialität ist die Bearbeitung an der Drehbank. Für Hunarvar ist seine Werkstatt eine der wichtigsten Adressen in Gaziantep.
- Geboren 1959 in Gaziantep, Türkei
- Spezialisierung Kupferbearbeitung an der Drehbank
- Erfahrung über 50 Jahre im Kupferhandwerk
- Werkstatt eigene Werkstatt seit 1984, seit 1998 nahe der historischen Burg von Gaziantep
Ein Leben für das Kupfer
Ahmets Weg ins Handwerk begann früh und nicht freiwillig. In den 1970er Jahren erschütterten politische Unruhen die Türkei, und Schulen wurden zu gefährlichen Orten. Mit zehn Jahren musste Ahmet die Schule verlassen. Statt im Klassenzimmer fand er sich in einer Kupferwerkstatt wieder und lernte ein Handwerk, das ihn nie wieder loslassen sollte.
Nach dem Militärdienst von 1979 bis 1980 kehrte er zurück und eröffnete 1984 seine eigene Werkstatt. Seit 1998 arbeitet er in unmittelbarer Nähe der Burg von Gaziantep, mitten im historischen Handwerksviertel. Waschbecken, Lampen, Tassen und vieles mehr entstehen dort, Stück für Stück.
Die Arbeit an der Drehbank
Ahmets Spezialität ist die Drehbank. Das Kupfer wird in Rotation gebracht und mit dem Werkzeug Schritt für Schritt in Form gedrückt, gedreht und geglättet. Es ist eine Technik, die Gefühl verlangt: zu viel Druck, und das Metall reißt; zu wenig, und die Form bleibt unrund. Diese Präzision lässt sich nicht erzwingen, sie kommt aus Jahrzehnten Erfahrung. Hier hat ein Mensch gearbeitet, nicht eine Maschine.
„Wenn Ahmet an der Drehbank steht, sieht man die jahrzehntelange Erfahrung in jeder Bewegung. Er korrigiert eine Form mit dem Daumen, wo eine Maschine erst nachmessen müsste. Genau solche Hände suchen wir, wenn wir nach Gaziantep reisen."- Hunarvar
Ahmet und Hunarvar
Gaziantep ist eine UNESCO Creative City für Handwerk, und doch sind von einst über 300 Kupferschmieden nur noch etwa 47 geblieben. Ahmet ist einer von ihnen. In seiner Werkstatt arbeitet auch Kenan Yildiz, der die feinen Gravuren übernimmt. Wir kaufen direkt bei Ahmet, ohne Zwischenhändler, und zahlen faire Preise. So bleibt das Handwerk lebendig, und Sie wissen genau, wessen Hände Ihr Kupfer geformt haben.
Gut zu wissen: Ahmet formt das Kupfer in Gaziantep. Die Patinierung der Pendelleuchten übernehmen wir anschließend selbst in Deutschland, in unserer Werkstatt in Lübz. So durchläuft jedes Stück mehrere erfahrene Hände, bevor es bei Ihnen ankommt.
Häufige Fragen
Ja, zu einem großen Teil. Ahmets Werkstatt in Gaziantep ist eine unserer Hauptwerkstätten. Dort entstehen Waschbecken und weitere Stücke an der Drehbank, bevor sie zur Patinierung nach Deutschland kommen.
Das Kupfer wird in Rotation versetzt und mit Werkzeugen in Form gedrückt und geglättet. Anders als beim freien Treiben mit dem Hammer entsteht so eine besonders gleichmäßige, rund gedrehte Form, etwa für Tassen, Becher oder die Becken selbst.